Ist Eifersucht eine Emotion?

Für manche ist Eifersucht eine mal süße, mal extreme Ausdrucksform der Liebe, für die anderen ist sie ein Fluch, der jede Beziehung im Ansatz erstickt.

Die Eifersucht ist eine starke Kraft, die Menschen zu Worten und Taten treibt, die sie sich im “Normalzustand” nicht einmal vorstellen könnten.

Aber was ist Eifersucht? Ein Gefühl, eine Krankheit, ein Problem? Der folgende Artikel soll versuchen, Licht in diese Fragestellung zu bringen.

Ist Eifersucht eine Emotion?

Ob die Eifersucht eine Emotion ist, lässt sich per se nicht mit Ja oder Nein beantworten, so viel sei an dieser Stelle bereits verraten. Es gibt verschiedene Standpunkte, wie Eifersucht entsteht und als was sie zu werten ist.

Wir möchten uns einem bestimmten Ansatz anschließen, der im Folgenden erörtert und begründet wird.

Dabei vertreten wir die Annahme, dass Eifersucht kein eigenes Gefühl ist, dass Emotionen bei eifersüchtigen Menschen aber trotzdem eine entscheidende Rolle spielen.

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Eifersucht als Bündel von Emotionen

Eine Theorie sticht besonders hervor und ist am weitesten akzeptiert. Diese soll als Grundlage für den weiteren Artikel dienen. Sie besagt, dass Eifersucht KEINE eigene Emotion ist, sondern eher aus einem Bündel von Gefühlen entsteht.

Das heißt, dieses unangenehme Gefühl, dass sich in dir ausbreitet, wenn du eifersüchtig bist, ist in Wahrheit kein Gefühl.

Eifersucht ist viel mehr die Kombination aus anderen Emotionen, wie Wut, Trauer, Enttäuschung und Unsicherheit sowie Nervosität.

Eine besonders große Rolle spielt dabei die Verlustangst, die stets an den eigenen Selbstwert gekoppelt ist. Schließlich drückt Eifersucht aus, dass du Angst davor hast, einen geliebten Menschen zu verlieren.

Eifersucht: Eine Krankheit? Ein Problem?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Aber einen Versuch ist es wert. Eingangs wurde die Frage aufgeworfen, ob Eifersucht eine Krankheit oder ein Problem ist. Das kommt ganz darauf an. Ein gewisses Maß an Eifersucht ist normal und kein Grund zur Sorge.

Wenn sie aber das eigene Handeln bestimmt und Gedanken aufwirft, die sich nicht mehr verdrängen lassen, wenn sie eine Flut negativer Emotionen auslöst und die Partnerschaft zunehmend belastet, dann ist die Eifersucht definitiv ein Problem, fast sogar krankhaft.

Das geht unter Umständen so weit, dass an sich gute und schöne Beziehungen unter dem Druck der Eifersucht zerbrechen können. Sie ist ein häufiger Trennungsgrund. Aber keine Sorge, Probleme kannst du lösen, Krankheiten können geheilt werden.

Dementsprechend gibt es auch Strategien, gegen Eifersucht vorzugehen. Im Endeffekt basieren die meisten auf einer Steigerung des Selbstwertgefühls.

Wenn Eifersucht keine Emotion ist, was ist sie dann?

Wir haben also geklärt, dass Eifersucht keine eigene Emotion ist, sondern aus einem Bündel anderer Emotionen entsteht. Sie ist demnach ein Effekt, eine Reaktion auf bestimmte Ängste, Sorgen und vielleicht Erfahrungen, die ein Mensch im Lauf seines Lebens gesammelt hat.

Am ehesten lässt sich Eifersucht als „Kopfkino“ erklären. Denn im Grunde sind es Vorstellungen, die aufgrund der genannten Faktoren entstehen und die Eifersucht auslösen. Wer daran leidet, ist gut damit beraten, sich über Bewältigungsstrategien und die Ursachen der eigenen Eifersucht zu informieren.

Aber durchatmen darfst du jetzt schon einmal. Da Eifersucht keine Emotion ist, wirst du es wahrscheinlich hinbekommen, daran zu arbeiten.

Eifersucht verstärkt sich durch emotionale Abhängigkeit

Wenn man sich Eifersucht genauer anschaut und mit anderen spricht ist es auffällig, dass alle Betroffenen eine starke emotionale Abhängigkeit aufweisen. Sie sehen und spüren in einem anderen Menschen alles was ihnen schon immer gefehlt hat. In den meisten Fällen ist es die Liebe und Geborgenheit, die sie vollständig fühlen lässt.

Wenn du ehrlich zu dir bist merkst du selbst, wie es dir schwer fällt alleine glücklich zu sein. Du brauchst den Kontakt zu anderen Menschen, ansonsten fühlst du dich unvollständig und leer. In der heutigen Zeit ist es leicht sich abzulenken, doch das Gefühl der Leere bleibt. Deswegen können viele sehr schlecht alleine sein in einer ruhigen Umgebung, weil dann die ganzen unterdrückten Gefühle hochkommen.

Eine Beziehung ist für viele der Rettungsanker, der ihnen das Gefühl gibt wertvoll und liebenswert zu sein. Droht diese Beziehung zu zerbrechen erzeugt das eine enorme Panik und der Überlebensmodus setzt völlig unkontrolliert ein, das nennt man dann Eifersucht.

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Der Unterschied von Emotionen und Gefühlen

Um besser zu verstehen ob Eifersucht eine Emotion ist kann es helfen dir den Unterschied von Emotionen und Gefühlen bewusst zu machen.

  • Gefühle entstehen in dir selbst und sind die reinste Form, die es gibt.
  • Eine Emotion hingegen ist vielmehr ein Auslöser, den andere Menschen in dir hervorrufen und die durch alte Erlebnisse “getriggert” wird.

Emotionen haben vielmehr mit längst vergangenen Erfahrungen zu tun und sorgen für eine automatische Reaktion in dir. Ein Gefühl hingegen entsteht durch den aktuellen Moment und sorgt für eine emotionale Verbundenheit oder ein überwältigende Reaktion, die du mit allen deinen Sinnen erfasst.

Zusammenfassung

Eifersucht ist für sich genommen keine eigenständige Emotion, es ist vielmehr eine Mischung aus vielen anderen Emotionen, denen eine tiefgreifende Angst vor Liebesentzug zugrunde liegt.

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Eifersucht und kann anders damit umgehen. Die meisten werden sehr wütend und verlieren komplett die Kontrolle über ihr Verhalten.

Sie sind wie in einem Wahn und es gibt ehr viele Fälle in denen es zu körperlicher Gewalt gegen die eigene Partnerin oder den eigenen Partner kommt. Auch andere Menschen werden angegriffen, verletzt und kommen ins Visier von einem Menschen der unkontrollierte Eifersucht auslebt.

Was viele eifersüchtige gemeinsam haben sind negative Erfahrungen in der Vergangenheit, zu wenig emotionale Stabilität in der Kindheit und ein geringes Selbstwertgefühl. Sie verstecken ihre Unsicherheit oft hinter einer Fassade, doch die Eifersucht übernimmt irgendwann die Kontrolle und kann deswegen noch umso heftigere Folgen haben.

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